TOUR DE FRANCE - 15.ETAPPE

"Attacke wäre besser gewesen"

19.07.2010 - Bevor die schweren Pyrenäen-Etappen anstanden, gab es bei der Zielankunft der 13.Etappe in Revel noch einmal die Chance auf einen Etappensieg für die Sprinter.

Gerald fühlt sich gut am Berg
(Fotos: Hennes Roth)

Den ganzen Tag über war das Streckenprofil wellig und hielt 7,5 km vor dem Ziel einen Anstieg der 3. Kategorie für die Fahrer bereit. "Wir haben das Rennen am letzten Berg bewusst schwer gemacht in der Hoffnung, einige Konkurrenten für den Zielsprint abschütteln zu können. Am Berg habe ich mich sehr stark gefühlt", so Gerald, der sich ärgerte, Vinokourovs Angriff am Berg nicht pariert zu haben. Denn der Kasache initiierte damit eine kleine Gruppe, aus der heraus er später seinen Solosieg feiern konnte. "Im Nachhinein wäre es vielleicht besser gewesen, die Attacke mit zu gehen. Aber als Sprinter hat man immer die Massenankunft im Hinterkopf." Im Sprint des Feldes um Platz 2 wurde Gerald schließlich Etappen-Elfter. "Das Team hat mich heute sehr gut unterstützt. Als endschneller Fahrer bin ich natürlich enttäuscht, dass ich die gute Arbeit des Teams nicht mit einer Top-Platzierung vollenden konnte."

Auf den folgenden Etappen schlug die Stunde der Bergfahrer. Für Gerald hieß es einmal mehr Kräfte sparen und das Ziel im Zeitlimit erreichen. Beide Tage endeten für ihn im großen Gruppetto. Nach der 15. Etappe hatten die Milram-Fahrer und -Betreuer allen Grund zur Freude. In den letzten Tagen gab es nach den Etappen immer längere Transfers zu den Hotels. Diesmal befand sich das Hotel direkt an der Ziellinie. Ankommen, Eisbad und ab ins Hotel ? ein Luxus den sich die Fahrer öfter wünschen würden.

Für die kommenden beiden kräftezehrenden Tage, vor und nach dem Ruhetag am Mittwoch, hat Gerald die Hoffnung, dass die anderen Sprinter an den Bergen mehr Körner lassen als er. Es ist schließlich noch mit zwei Sprintankünften in Bordeaux und Paris zu rechnen...